Foto: Christian J. Ahlers
Datum: 28.09.2024
Barbara Richstein zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt
Der WEISSE RING hat eine neue Bundesvorsitzende: Barbara Richstein. Ihr Vorgänger, Patrick Liesching, bleibt dem Verein erhalten.
Frankfurt – Der WEISSE RING hat eine neue Bundesvorsitzende: Barbara Richstein, Vorsitzende des Landesverbands Brandenburg, steht ab sofort an der Spitze von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer. Einstimmig wählte die Bundesdelegiertenversammlung des Vereins die 59-Jährige am Samstag in Frankfurt am Main zur Nachfolgerin von Dr. Patrick Liesching. Der 52-Jährige bleibt dem WEISSEN RING als stellvertretender Bundesvorsitzender und Vorsitzender des Landesverbands Hessen erhalten.
Die Rechtsanwältin Barbara Richstein saß von 1999 bis 2024 für die CDU als Abgeordnete im Landtag von Brandenburg, ab 2019 als Vizepräsidentin. Von 2002 bis 2004 war sie Brandenburgische Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten. Bei den zurückliegenden Landtagswahlen trat sie nicht mehr an. Daher kann sie sich jetzt ganz auf die Arbeit als oberste Opferschützerin konzentrieren: „Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung und bin dankbar für das Vertrauen der Delegierten, die mich gewählt haben.“ Richstein dankte ausdrücklich auch ihrem Vorgänger: „Ohne die hervorragende Arbeit von Patrick Liesching stünde der WEISSE RING heute nicht da, wo er jetzt ist.“
Liesching: In zwei Jahren „viel erreicht“
Liesching stand zwei Jahre an der Spitze des WEISSEN RINGS. „Ich bin stolz auf das, was wir in den vergangenen zwei Jahren erreichen konnten“, sagt er. Beispielhaft verweist Liesching auf die aktuellen politischen Diskussionen um den Einsatz der elektronischen Fußfessel zum Schutz von Frauen bei häuslicher Gewalt. „Wir haben da viel in Bewegung gesetzt, und wir werden nicht lockerlassen – auch ich persönlich nicht“, so Liesching. Als stellvertretender Bundesvorsitzender tritt Liesching die Nachfolge von Gerhard Müllenbach an, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.
Was wäre für Sie der GAU bei der BDV, Frau Richstein?
Einstimmig hat der Bundesvorstand des WEISSEN RINGS Barbara Richstein als Leiterin der Bundesdelegiertenversammlung (BDV) in Frankfurt am Main nominiert – wie auch schon vor zwei Jahren für die BDV im sächsischen Radebeul.
Barbara Richstein ist seit 2002 beim WEISSEN RING, seit 2022 ist sie Landesvorsitzende in Brandenburg. „Bereits bei meiner ersten konkreten Berührung mit dem WEISSEN RING auf einem Opferforum in Mainz Anfang der 2000er habe ich gemerkt: Das ist ein besonderer Verein. Der Ansatz, den Verletzten zu helfen, hat mich sehr angesprochen“, sagt Richstein.
WEISSER RING „gut aufgestellt“
Jetzt steht sie an der Spitze des Vereins und hat sich für die nächsten Jahre einiges vorgenommen: „Wir müssen uns noch stärker auf neue Deliktsphänomene einstellen und insbesondere in den neuen Bundesländern noch bekannter werden. Davon abgesehen finde ich den WEISSEN RING in seiner jetzigen Form bereits gut aufgestellt. Mit der Zeit müssen wir uns natürlich verjüngen und breiter aufstellen.“ Wichtig ist ihr außerdem, dass das neue Opferentschädigungsrecht bekannt gemacht und vor allem gut umgesetzt wird. „Das behalten wir auf jeden Fall im Auge. In der Umsetzung des Opferentschädigungsrechts muss sich endlich etwas tun“, so Richstein.
Die Bundesdelegiertenversammlung ist das oberste Organ des WEISSEN RINGS. Die Delegierten entscheiden alle zwei Jahre über Neuerungen, politische Forderungen des Vereins und die Besetzung von Vorstandsposten.
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