Editorial

Foto: Dirk Beichert

Liebe Leserinnen und Leser,

immer mehr Menschen sehen sich digitalen Angriffen ausgesetzt: Sei es durch Betrüger, die ihnen lukrative Anlagen oder Liebe versprechen, oder durch Hacker, die in ihre IT eindringen, Daten verschlüsseln und sie erpressen. Es kann jeden treffen. In unserer Titelgeschichte widmen wir uns den Opfern, die oft unter massiven finanziellen und psychischen Folgen leiden, und beleuchten aktuelle Entwicklungen wie Betrug mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und den Kampf dagegen.

Wie aus einer Umfrage unseres Magazins bei den Landeskriminalämtern hervorgeht, verloren Opfer von Love-Scam allein im Jahr 2024 insgesamt mindestens 50 Millionen Euro. Es ist nicht die einzige Statistik, die zur Vorsicht mahnt.

„Digitalisierung bringt viele Vorteile, keine Frage. Sie birgt aber gleichzeitig Gefahren.“

Digitalisierung bringt viele Vorteile, keine Frage. Sie birgt aber gleichzeitig Gefahren und ist auch bei den Attacken auf Forschende ein wesentlicher Treiber. Um die Drohungen und Diffamierungen und deren Folgen geht es in „Forschung im Fadenkreuz“.

Es braucht Menschen, die gegen den Hass kämpfen, so wie die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack. Sie fordert im Interview über die steigende Gefahr für Beschäftigte des öffentlichen und privatisierten Dienstes: Die Gewalt „darf weder relativiert noch normalisiert werden. Gleichzeitig müssen Maßnahmen zum Schutz auf die jeweilige Dienststelle zugeschnitten sein, die natürlich auch ausreichend Personal wie technische Ressourcen  raucht“.

Wie gehen Betroffene damit um, wenn der Täter Suizid begeht und sich der Justiz entzieht? Dieser Frage gehen wir in der Geschichte über Frauen nach, die ein Arzt in einer Bielefelder Klinik sedierte und missbrauchte. Sie kämpfen um Gerechtigkeit und Entschädigung.

Wenn unsere Texte Sie zur Reflexion anregen, dann schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne per E-Mail an redaktion@weisser-ring.de.

Für mich ist dieses Editorial das letzte vor meinem Wechsel zum Festspielhaus Baden-Baden. Die mehr als zwölf Jahre beim WEISSEN RING waren eine prägende, sinnstiftende und anspruchsvolle Zeit, für die ich sehr dankbar bin ebenso wie für Lob, Kritik und Hinweise von Ihnen als Leserinnen und Leser.

Bianca Biwer
Bundesgeschäftsführerin WEISSER RING