Archiv für Juli, 2025

Höchste Auszeichnung Frankreichs für Gisèle Pelicot

Erstellt am: Montag, 14. Juli 2025 von Christiane
Gisèle Pelicot wird mit Frankreichs Verdienstorden der Ehrenlegion ausgezeichnet.

Gisèle Pelicot wird mit dem Verdienstorden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Foto: Coust Laurent/picture alliance/abaca

Datum: 14.07.2025

Höchste Auszeichnung Frankreichs für Gisèle Pelicot

Die Französin hat die jahrelangen Vergewaltigungen durch ihren damaligen Ehemann und Dutzende anderer Männer öffentlich gemacht. Jetzt wird sie geehrt.

Gisèle Pelicot wird mit der höchsten Auszeichnung Frankreichs geehrt, dem Verdienstorden der Ehrenlegion. Kurz vor dem heutigen französischen Nationalfeiertag am 14. Juli wurde im Amtsblatt die Liste mit allen ausgezeichneten Personen veröffentlicht.

Die 72-jährige Französin wurde von ihrem damaligen Ehemann Dominique Pelicot jahrelang regelmäßig mit Schlafmitteln betäubt und von ihm und anderen, fremden Männern vergewaltigt. Im vergangenen Jahr fand der Prozess gegen ihn und 50 weitere Angeklagte statt, alle wurden schuldig gesprochen. Ein Prozess, der auf Wunsch von Gisèle Pelicot öffentlich stattfand. „Die Scham muss die Seite wechseln“, so die Französin. Wegen ihres Muts und der großen Medienaufmerksamkeit für den Prozess ist sie zu einer internationalen Ikone für Frauenrechte geworden.

„Gisèle Pelicot ist nicht nur eine bewundernswert tapfere Frau, ihr ist ohne jede Einschränkung zuzustimmen, wenn sie fordert: ‚Die Scham muss die Seite wechseln‘“, sagte Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS zur Urteilsverkündigung. „Niemand muss sich schämen, Opfer einer Straftat geworden zu sein. Für Taten sind Täter verantwortlich, niemals die Opfer. Ich wünsche mir sehr, dass diese Erkenntnis endlich auch in Deutschland die letzten Zweifler erreicht, die immer noch meinen, die Kleidung eines Vergewaltigungsopfers oder der Trennungswunsch eines Femizidopfers hätten etwas mit dem Verbrechen zu tun. Vielleicht tragen das Beispiel von Gisèle Pelicot und ihr furchtloses Auftreten in der Öffentlichkeit dazu bei.“

Das WEISSER RING Magazin hat sich ausführlich mit dem Fall Gisèle Pelicot und dem Thema Scham befasst und mit verschiedenen Expertinnen und Experten in Deutschland gesprochen. Zur Wichtigkeit der medizinischen Beweissicherung bei Sexualstraftaten äußerte sich der renommierte Forensiker Professor Dr. Klaus Püschel.

Mit dem Verdienstorden der Ehrenlegion werden Menschen ausgezeichnet, die sich besonders dem Gemeinwohl verschrieben haben. Ins Leben gerufen wurde er 1802 von Napoleon Bonaparte. Neben Pelicot und anderen erhält auch die 99-jährige Auschwitz-Überlebende Yvette Lévy die Auszeichnung.

Nach Aus für Missbrauchsfonds: „Stille und Entsetzen“ bei den Betroffenen

Erstellt am: Freitag, 11. Juli 2025 von Gregor
Viele Opfer haben sich vergeblich überwunden und einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Foto: dpa

Viele Opfer haben sich vergeblich überwunden und einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Foto: dpa

Datum: 11.07.2025

Nach Aus für Missbrauchsfonds: „Stille und Entsetzen“ bei den Betroffenen

Der rückwirkende Antragsstopp beim Fonds Sexueller Missbrauch hat bei Opfern und Beratenden Empörung ausgelöst.

Sabrina Lange* wurde mehrfach missbraucht und ist dadurch schwer traumatisiert. So schwer, dass sie unter anderem an Krampfanfällen leidet. Um ihren Alltag zu erleichtern und ihrer Belastungsstörung besser entgegenwirken zu können, wollte sie ihren dafür gut geeigneten Hund zum Assistenzhund ausbilden lassen. Sie hoffte dabei auf eine Finanzierung durch den Fonds Sexueller Missbrauch (FSM). Zusammen mit Ingeborg Altvater, die ehrenamtlich für den WEISSEN RING arbeitet, hatte sie in den vergangenen Wochen einen Antrag vorbereitet, gewissenhaft Informationen gesammelt und Formulare ausgefüllt.

Vor wenigen Tagen, kurz vor dem Fertigstellen des Antrags, rief Altvater Sabrina Lange an, um ihr eine schlechte Nachricht zu überbringen: Der Fonds wird zumindest vorerst kein Geld mehr auszahlen. Als Lange das hörte, schwieg sie. Nach einer langen Pause fragte sie: „Was mache ich jetzt?“ Altvater konnte ihr keine zufriedenstellende Antwort geben. Denn einen Assistenzhund etwa über das Soziale Entschädigungsrecht zu finanzieren, ist nur schwer möglich, und wenn, dann dauert es jahrelang.

Nach dem Stopp beim Fonds – rückwirkend zum 19. März – hat Altvater wiederholt Reaktionen wie die von Sabrina Lange erlebt, wie sie im Gespräch mit dem WEISSER RING Magazin erzählt. Sie berät zum Ergänzenden Hilfesystem (EHS), dessen Teil der Fonds ist, und begleitete Opfer hierbei in mehr als 100 Fällen. Altvater bezeichnet die aktuelle Entwicklung als „Katastrophe“. Dass sie die Betroffenen nach und nach anrufen und informieren musste, habe ihr „in der Seele wehgetan“. Am anderen Ende der Leitung habe „Stille und Entsetzen“ geherrscht. Alleine in Hessen, wo die ehrenamtliche Mitarbeiterin im Einsatz ist, hätten in acht bis zehn Fällen Beratungstermine kurzfristig abgesagt werden müssen. Und dass, obwohl bei denen der Antrag fast fertig gewesen sei. Andere Verfahren – bei denen die Betroffenen teils weite Wege und die erneute Konfrontation mit dem Missbrauch auf sich genommen hätten – liefen schon und nach jetzigem Stand vergeblich.

Fonds ist wichtige niedrigschwellige Hilfe

Die Sprachlosigkeit sei für einen Teil der Missbrauchsopfer typisch, sie gehörten zu den Schwerstbetroffenen, fühlten sich wehrlos und könnten nur schwer ihre Stimme erheben, um sich für ihre Belange einzusetzen. Umso schlimmer sei der Umgang mit ihnen – zumal es nicht um Milliardensummen gehe, kritisiert Altvater.

Vor zwei Wochen hatte die Geschäftsstelle des FSM auf ihrer Webseite mitgeteilt, dass sie Erstanträge, die ab dem 19. März dieses Jahres eingegangen sind, voraussichtlich nicht mehr annehmen könne. Die Mittel im Bundeshaushalt reichten nicht, hieß es.

Der Fonds ist für viele Betroffene eine niedrigschwellige Unterstützung, auf die sie nicht verzichten können. Er kann einspringen, wenn Behandlungen, etwa Physio- oder Ergotherapie, oder andere Leistungen nicht von Kranken- und Pflegekassen oder dem Sozialen Entschädigungsrecht abgedeckt werden. Nach Angaben des zuständigen Bundesfamilienministeriums haben bislang 36.000 Betroffene einen Antrag gestellt, ausgezahlt wurden 165,2 Millionen Euro.

Ministerin Prien kündigt an, sich für mehr Geld einzusetzen

Ministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, sie werde sich im Bundestag für zusätzliche Haushaltsmittel für Opfer von Kindesmissbrauch engagieren und das System neu aufstellen. Doch ob und wann die Reform kommt, und wie viel Geld dafür zur Verfügung steht, ist ungewiss.

Bereits im Frühjahr war bekanntgeworden, dass der Fonds auslaufen soll. Das damals von Lisa Paus (Grüne) geführte Familienministerium führte haushaltsrechtliche Bedenken des Bundesrechnungshofes als Grund an und sah die künftige Regierung in der Pflicht, für Ersatz zu sorgen. In seinem Koalitionsvertrag versicherten Union und SPD zwar: „Den Fonds sexueller Missbrauch und das damit verbundene Ergänzende Hilfesystem führen wir unter Beteiligung des Betroffenenrats fort.“ Aber es kam anders.

Nach dem angekündigten Auslaufen des Fonds im März rief Ingeborg Altvater Betroffene, die bereits erste Kontakte wegen einer Antragstellung zu ihr aufgenommen hatten, an und klärte sie darüber auf. Daraufhin wurden einige von ihnen aktiv und stellten noch einen Antrag. Manche machten sich nun den Vorwurf, sie hätten zu lange gewartet. Zu Unrecht, sagt Altvater. Sie könnten nichts für den Stopp, der auch noch rückwirkend erfolgt sei. Manche Opfer kämpften jahrzehntelang mit den Folgen des Missbrauchs, sie bräuchten viel Kraft und Zeit, um sich zu einem Antrag auf Unterstützung durchzuringen.

Schlag ins Gesicht für traumatisierte Menschen

Susanne Seßler, die sich für den WEISSEN RING vor allem in Südbayern als EHS-Beraterin engagiert, macht derzeit ähnliche Erfahrungen wie Altvater und spricht von einem Schlag ins Gesicht. „Erschüttert“ seien die Betroffenen. Sie hätten sich überwunden und würden nun wieder „hinten herunterfallen“, was bei traumatisierten Menschen besonders schlimm sei. „Manche sagen bitter enttäuscht: ,Sehen Sie, ich wusste, dass ich nichts bekomme‘“, berichtet Seßler. In den vergangenen Monaten habe sie zusammen mit Betroffenen knapp 20 Anträge fertiggestellt, etwa fünf weitere seien geprüft und noch mehr vorbereitet worden.

Dass das Geld nicht reiche, kann Seßler nicht nachvollziehen: Zum einen hätten die Verantwortlichen nach ihrer Mitteilung im März damit rechnen müssen, dass aufgrund der Befristung mehr Anträge kommen. Zum anderen lägen diese geschätzt im vierstelligen Bereich, so dass sich die Ausgaben bei einer Unterstützung von in der Regel 10.000 Euro in Grenzen hielten.

Zwei Frauen, die Seßler beriet, wurde eine Reittherapie genehmigt, die allerdings von der Therapeutin verschoben werden musste. „Was jetzt? Wird das Geld noch ausgezahlt?“, fragen sich die Betroffenen.

Neuer Missbrauchsfonds gefordert

Seßler fordert, kurzfristig die entstandenen Lücken mit zusätzlichem Geld zu schließen und mittelfristig einen neuen Fonds aufzusetzen. Das neue Soziale Entschädigungsrecht, das seit 2024 gilt, sei nicht umfassend genug, um die „wichtigen Komplementärtherapien“ abzudecken.

Der WEISSE RING und vier weitere Fachorganisationen – die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, die Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen – haben den Stopp kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung scharf kritisiert. Sie forderten, die Hilfen zu erhalten und das dafür nötige Geld im Etat des Bundes bereitzustellen.

Auch Ingeborg Altvater hofft noch. Sie hat die Opfer gebeten, ihre Unterlagen aufzuheben.

*Name geändert

 

 

BR trennt sich von Alexander Stevens

Erstellt am: Freitag, 11. Juli 2025 von Selina
True Crime Kritik: Alexander Stevens

Foto: ARD Audiothek

Datum: 11.07.2025

BR trennt sich von Alexander Stevens

Nach Kritik an der Liveshow „Tödliche Liebe“ trennt sich der Bayerische Rundfunk vom Strafverteidiger Alexander Stevens. Der True-Crime-Podcast „Schuld und Unschuld“ soll ab Ende Juli inhaltlich und personell weiterentwickelt werden.

Nach mehrfacher Kritik: Der Bayerische Rundfunk (BR) trennt sich vom Strafverteidiger Alexander Stevens. Seit 2020 moderiert Stevens gemeinsam mit der Journalistin Jacqueline Belle den Podcast „Bayern3 True Crime – Schuld und Unschuld“. Nach Angaben der „Mittelbayerischer Zeitung“ kündigte eine BR-Sprecherin an, dass das Format ab Ende Juli „sowohl inhaltlich als auch personell weiterentwickelt wird“.

Zuletzt gab es heftige Kritik an der dazugehörigen Liveshow mit dem Titel „Tödliche Liebe“. Auch das WEISSE RING Magazin berichtete, nachdem sich eine Angehörige des in der Liveshow thematisierten Mordfalles an den WEISSEN RING gewandt hatte. Die Schwester des Opfers hatte schon Wochen vor dem Tourstart versucht, die Darstellung ihres Falls zu verhindern, doch ein Telefonat mit Jaqueline Belle blieb erfolglos. „Das letzte Gespräch mit ihr habe ich heulend beendet“, sagt die Angehörige gegenüber dem WEISSEN RING Magazin. Trotz Bitte der Schwester, den Fall nicht ins Programm aufzunehmen, wurde er Teil der Show. Der Fall wurde anonymisiert.

In ihrer Show bereiten Belle und Stevens den Fall unterhaltsam für ein Event-Publikum auf. Dabei werden laut WEISSER RING Magazin Elemente eingesetzt, die das rechtskräftige Urteil infrage stellen – etwa eine Abstimmung per Smartphone über die Schuld des Täters oder ein aufgezeichnetes Interview, in dem dieser seine eigene Version schildert. Solche Elemente schüren unnötig Zweifel am Rechtssystem und sind eine Zumutung für Angehörige. Ein weiterer Punkt: Alexander Stevens ist der Strafverteidiger des verurteilten Täters gewesen. Die Kritik rief auch die Politik auf den Plan – der Bayerische Landtag fordert einen „verbesserten Opferschutz“.

Die beiden Hosts Belle und Stevens reagierten nach der Kritik durch das WEISSE RING Magazin und dem Medienmagazin „Übermedien“: Künftig soll der Fall nicht mehr verwendet werden. Im April 2025 wurde diese Änderung allerdings noch nicht umgesetzt, wie „Übermedien“ berichtete. Auch der BR reagierte und versuchte der Live-Show die Lizenz für die Nutzung des Bayern3-Logos zu entziehen, bisher ohne Erfolg.

Der Strafverteidiger Alexander Stevens sieht darin eine „vertragliche Verletzung“ seitens BR und möchte nun eine Klage vorbereiten, wie die „Mittelbayerischer Zeitung“ berichtet.

Opferschützer üben scharfe Kritik am Antragsstopp und Aus des FSM

Erstellt am: Mittwoch, 9. Juli 2025 von Christiane
Bianca Biwer Porträt

„Der Antragsstopp ist beschämend und ein schwerer Schlag für die Opfer, die oft jahrzehntelang unter den Folgen des Missbrauchs leiden“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS. Foto: Angelika Stehle/WEISSER RING

Datum: 09.07.2025

Opferschützer üben scharfe Kritik am Antragsstopp und Aus des FSM

Nach dem rückwirkenden Antragsstopp beim Fonds sexueller Missbrauch (FSM) haben fünf Fachorganisationen für Betroffene sexualisierter Gewalt scharfe Kritik geübt und am vergangenen Freitag ein Schreiben an den Koalitionsausschuss geschickt.

Sie fordern, die Hilfen zu erhalten und die dafür nötigen Mittel im Bundeshaushalt bereitzustellen. In dem Brief heißt es unter anderem: „Die Bundesregierung sollte Missbrauchsbetroffenen und Opferhilfsorganisationen zeitnah eine Perspektive aufzeigen und die künftige Ausgestaltung des Ergänzenden Hilfesystems konkretisieren.“ Unterzeichnet wurde die Erklärung vom WEISSEN RING, der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen.

Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS, sagt: „Der Antragsstopp ist beschämend und ein schwerer Schlag für die Opfer, die oft jahrzehntelang unter den Folgen des Missbrauchs leiden.“ Dass an den wehrlosesten, am stärksten Betroffenen und auch noch rückwirkend gespart werde, sei zynisch. „Sie sind auf die niedrigschwelligen Hilfen dringend angewiesen. Unseren Erfahrungen nach handelt es sich um unverzichtbare Bestandteile des Unterstützungssystems für Opfer von sexualisierter Gewalt“, so Biwer.

Der FSM ist Teil des Ergänzenden Hilfesystems (EHS) und kann Folgen des Missbrauchs lindern und einspringen, wenn notwendige Leistungen nicht durch Kranken- und Pflegekassen oder das soziale Entschädigungsrecht abgedeckt werden. Denn diese Hilfsmöglichkeiten greifen oft nicht: „Was in der Theorie hilfreich klingt, erweist sich in der Praxis häufig als schwer zugänglich und wird durch viele Hürden schnell zur zusätzlichen Belastung für Betroffene. Deshalb braucht es dringend ein gesetzlich verankertes und niedrigschwelliges Hilfsangebot wie den Fonds“, so Franziska Drohsel von der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung. Rund 36.000 Betroffene haben laut dem zuständigen Bundesfamilienministerium bisher einen Antrag gestellt, ausgezahlt wurden 165,2 Millionen Euro.

Die Organisationen hatten bereits in einer Pressemitteilung im März dieses Jahres angemahnt, den Fonds dauerhaft fortzuführen und strukturell abzusichern. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass der Fonds auslaufen soll. Das damalige Familienministerium begründete das geplante Aus mit einer Prüfung des Bundesrechnungshofs, der moniert hatte, der Fonds verstoße gegen das Haushaltsrecht. Das neue, schwarz-rote Bündnis hingegen versicherte in seinem Koalitionsvertrag: „Den Fonds sexueller Missbrauch und das damit verbundene Ergänzende Hilfesystem führen wir unter Beteiligung des Betroffenenrats fort.“ Kürzlich teilte die Geschäftsstelle des Fonds jedoch mit, dass ab dem 19. März 2025 eingegangene Erstanträge nicht mehr berücksichtigt werden könnten, weil die im Bundeshaushalt vorgesehenen Mittel nicht ausreichten.