Cyberkriminalität hat viele Facetten. Illustration: Ari Liloan
Datum: 01.04.2026
WEISSER RING registriert mehr Opferzahlen bei Internetkriminalität
Digitale Gewalt und Internetkriminalität nehmen weiter zu: Der WEISSE RING registrierte 2025 deutlich mehr Fälle als in den Vorjahren. Besonders stark steigt die Zahl der Fälle von Onlinebetrug, während Cybermobbing, Stalking und Bedrohungen weiterhin viele Menschen belasten.
Die Zahl der Menschen, die in den vergangenen Jahren Opfer von Internetkriminalität wurden und sich an den WEISSEN RING gewendet haben, nimmt zu. Waren es im Jahr 2023 noch 820 registrierte Fälle mit dem Tatmerkmal „Internet“, stieg die Zahl in 2024 auf 932 und im vergangenen Jahr auf 943. „Die Zahlen zeigen, dass digitale Gewalt und Kriminalität immer mehr Menschen betreffen“, sagt Verena Richterich, Geschäftsleiterin der Opferschutzorganisation. „Für die Betroffenen bedeutet das oft massive Einschnitte in ihr Leben. Umso wichtiger sind klare gesetzliche Regelungen, mehr Prävention und ein starker Opferschutz“, betont Richterich.
Auf das Tatmerkmal „Internet“ entfallen beispielsweise Cybermobbing, Beleidigungen, Bedrohungen, Stalking und Betrug. Generell nahm die Gesamtzahl der registrierten Opferfälle beim WEISSEN RING in dem Zeitraum zu: 20.317 waren es im Jahr 2023, 22.044 im Jahr 2024 und 25.209 im vergangenen Jahr.
Auffälligkeiten beim Internetbetrug
Beim Blick auf die Zahlen des WEISSEN RINGS zeigt sich ein differenzierteres Bild beim Thema Stalking mit Internetbezug: Hier wurden 2023 insgesamt 188 Fälle registriert, 2024 stieg die Zahl leicht auf 197 an. Im Jahr 2025 sank sie jedoch auf 154 Fälle. „Trotz dieses Rückgangs bleibt Stalking ein großes Problem auch im digitalen Raum“ sagt Richterich.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich Internetbetrug. Die Statistik des WEISSEN RINGS zeigt einen deutlichen Anstieg: Wurden 2023 noch 271 Menschen als Opfer von Internet-Betrügern registriert, waren es 2025 bereits 357. Damit bestätigt sich der Trend, dass Betrugsdelikte im Netz weiterhin stark zunehmen.
Zunehmende Professionalisierung der Cyberkriminalität
Expertinnen und Experten wie Christian Rossow, Professor für IT-Sicherheit am CISPA Helmholtz Center for Information Security, beobachten eine zunehmende Professionalisierung der Cyberkriminalität. Täter agieren international, arbeitsteilig und hoch spezialisiert, betont Jana Ringwald bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz erleichtern es den Tätern zusätzlich, glaubwürdige Kommunikation zu führen oder Angriffe gezielt vorzubereiten. Gleichzeitig warnen Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik davor, dass viele Menschen die Risiken im digitalen Raum unterschätzen und dadurch leichter zur Zielscheibe werden.
Neben Betrugsmaschen wie Love-Scam gewinnen auch andere Formen des Onlinebetrugs an Bedeutung – etwa Anlagebetrug über Messenger-Dienste oder Fake-Shops mit scheinbar günstigen Angeboten. Verbraucherzentralen verzeichnen in diesen Bereichen stark steigende Beschwerdezahlen.